24
Mär
09

Long time no see

… and no read…

Aber die Hälfte meines Aufenthalts hier in Japan ist um und wir werden uns wohl schon bald im Sommer wieder sehen.

Ich könnte jetzt sagen, dass die Zeit schnell vergeht, aber wir wissen ja alle, dass das nicht wirklich stimmt und es einem nur so vorkommt, sobald man sich an die Dinge im Alltag gewöhnt.

Gerade deshalb kommt mir die Zeit der letzten drei Monate im Rückblick nicht sehr lange vor.

Denn meine Sprachklassen finden immer noch statt – wie auch nicht anders erwartet.

Hinzugekommen ist eine Jungscharähnliche Veranstaltung in einer örtlichen Gemeinde, bei der ich wöchentlich

anwesend bin, um die Quote der männlichen Mitarbeiter aus dem Tief der 0% zu heben.

Die 2 Stunden sind eine angenehme Abwechslung zum Unterrichten und machen Teilnehmern und Mitarbeitern Spaß.

Am Samstag habe ich einen Jugendkreis am anderen Ende von Nagoya besucht. Ich war erst zum ersten Mal da, wurde aber sofort eingespannt und durfte bei einem Vorstellung-Video mitwirken, das bald auf YouTube gestellt werden soll. Hat riesen Spaß gemacht und mir gut getan. Denn Kontakt zu gleichaltrigen Japanern ist ein leider seltenes Ereignis für mich – fast alle meiner Sprachschüler sind mehr als doppelt so alt wie ich.

Jetzt noch etwas typisch Japanisches:

wie könnte ich jenes Naturereignis, das sich in den kommenden zwei Wochen

an zahlreichen Bäumen vollzieht, unerwähnt lassen: 桜 = Sakura, die rosafarbene Blüten der japanischen Kirschen.

Zur Zeit noch durch die nächtlich kühlen Temperaturen verzögert, geht es wohl in den nächsten Tagen überall in

unserer Umgebung los.

So far for now…

Euer Peter

P.S.: wundert euch das seltsame Format  dieses und anderer Artikel? … Mich auch. Ich werde aus WordPress’ Zeilenumbruch-Regelung nicht schlau.

22
Nov
08

Wusstet ihr schon…

… dass in Japan…

-  der Müll nach brennbar und nichtbrennbar sortiert wird

- gesalzene Zahnpasta keine Seltenheit ist

- die Waschmaschinen kalt waschen

- der Reis soooooo gut schmeckt

… dass in Japan…

- die Wohnungen sehr selten eine Zentralheizung haben

- im Winter in den Bergen mehr Schnee fällt als in den meisten anderen Regionen der Welt

- die Menschen viel Zeitung lesen

- die Züge SEHR pünktlich sind

Es gibt noch mehr Sachen, die zu Deutschland unterschiedlich sind, aber diese Liste ist erst einmal groß

genug, oder?

Heute hatte ich wieder eine Sprachklasse in Kanayama, die nur aus einem Eherpaar besteht, die mit sehr viel Fleiß Deutsch lernen möchten. Die beiden sind besonders in Bezug auf Grammatik sehr wissbegierig und blühen nur so auf, wenn man ihnen mit Begriffen wie „Interogativ-Nebensatz“ und „Plusquamperfekt“ kommt. Ja, so was gibt’s!

In meinen anderen Kanayamaklassen lese ich mit meinen Schülern auch Bücher (z.B. “Das doppelte Lottchen“). Das sorgt für eine lockere Atmospähre, aber auch dass die Schüler nach einer Stunde nicht schwarz auf weiß haben, was sie gelernt haben.

Darum geht es in den meisten meiner Klassen, welche in einem Ort namens Taketoyo stattfinden, anhand eines Lehrbuchs Schritt für Schritt vorwärts. Das gibt mir als Lehrer einen gewissen Rahmen und den Schülern verschafft es Erfolgserlebnisse.

Tut mir Leid, dass ich mich hier eine Weile lang nicht gemeldet habe.

Ihr seht: Ich lebe noch ;-)

Über Nachrichten bzw. Kommentare von euch freue ich mich.

Also dann…

Euer Peter

20
Okt
08

Kuckuck

‘Das Lied kommt mir doch irgendwie bekannt vor’, dachte ich, als ich dem Klavierspiel einer Japanerin in unserer Gemeinde lauschte. Na klar: „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald!“

Wir (das sind wir Deutsche) machten sie kurz danach auf die Herkunft des Liedes aufmerksam und nannten ihr

den besagten Titel.

„Kucku?“, fragte sie, um sich zu vergewissern.

„Kuckuck!“, korrigierten wir.

„Ku…. Ku…. Kuckucku!“

Wir übten noch ein bisschen, bis es schließlich doch noch klappte.

Aber warum fiel ihr das so schwer?

Dazu ein kleiner Exkurs zur japanischen Sprache: Jedes japanische Wort lässt sich mit der gängigen

Silbenschrift, dem Hiragana bzw. Katakana darstellen. SILBENschrift drückte es schon aus: Zeichen für

Konsonanten alleine gibt es nicht – mit dem n als einzige Ausnahme. Darum könnte es ein Wort wie

„Kuckuck“ im Japanischen nie geben, weil es kein k alleine gibt (höchstens ka, ke, ki, ko und ku).

Da verwundert es nicht mehr allzu sehr, dass der Kuckuck zum “Kuckucku“ wird.

Dieses Problem tritt natürlich immer mal wieder in den Sprachklassen auf, in denen die Japaner auch

Ausprache lernen sollen. Über die bis jetzt vergangenen Wochen lassen sich natürlich noch keine Fortschritte oder Nicht-Fortschritte ausmachen, aber ich hoffe, dass ich meinen Schülern in Zukunft Einiges beibringen kann.

So weit zum Kuckuck

Euer Peter

12
Okt
08

Eingelebt

Ich glaube, das habe ich mittlerweile: mich eingelebt.

Jetzt erst?, werdet ihr wohl mich wohl jetzt mit Recht fragen.

Nunja, an manches gewöhnt man sich schneller, an anderes weniger schnell.

Zum Beispiel ist es mittlerweile das Normalste von der Welt, auf der linken statt auf der rechten Seite Fahrrad zu fahren. Aber rechts abzubiegen, ist nach wie vor eine Herrausforderung.

Aber was macht denn der Peter die ganze Zeit, außer sich einzuleben?

Damit sind wir beim Thema Sprachklassen. Diese laufen jetzt schon seit fast zwei Wochen.

Anders als ich zuvor vermutet habe, unterrichte ich hauptsächlich Deutsch und fast gar nicht Englisch. Es gibt zwar grundsätzlich mehr Englischklassen, jedoch ist die Aufteilung unter uns Kurzzeitmissionaren so ausgefallen, dass ich viele Deutschklassen unterrichte.

Einige von euch warten sicherlich schon auf meinen ersten Rundbrief. Der Text ist längst geschrieben und

leider nicht mehr brandaktuell wenn ihr ihn bekommt, allerdings werdet ihr mit ein paar netten Bildchen

versorgt. Ist das eine gültige Entschädigung für das lange Warten? Ich hoffe mal ;-)

Und wie lange dauert es jetzt noch? Nicht mehr lange (hehe ;-) ). Das Layout ist die letzte Hürde, die gemeistert werden muss, bevor sich der erste Rundbrief seinen Weg von Japan nach Deutschland bahnt.

Ihr könnt aber auch jetzt schon für mich (weiter)beten, besonders dass die Sprachklassen mitsamt

angehängter Kurzandacht gelingen.

So weit so gut…

Ich mache hier erst einmal Schluss und grüße Euch alle

Eurer Peter

17
Sep
08

1. Tag

Ein Blick nach vorne und ich sehe meine Straßenschuhe, wie sie direkt hinter der Eingangstür stehen – so ist es Gang und Gäbe in Japan. Ein Blick nach links und ich schaue aus dem Fenster in den dämmrigen Himmel über Inazawa. Die Stimmen von kleinen Kindern, die noch auf einem Spielplatz direkt neben meiner Wohnung spielen, schallen herein, aber ich kann kaum ein Wort verstehen. Rechts steht ein Schrank mit Besteck (Teller, Gläsern und natürlich auch Stäbchen). Noch weiter rechts befindet sich mein Schlafzimmer mit einer dünnen Schiebetür, einem Boden aus Reisstrohmatten und einem Futon statt einem Bett (Dieses Zimmer hat mir sofort am besten gefallen).

Ich sitze in meiner Wohnung, die mir für die kommenden 11 Monate bereit gestellt wird und lasse meinen ersten Tag in Japan ausklingen.

Es war ein langer Tag und über weitere Einzelheiten werde ich schreiben, wenn ich etwas wacher bin und die ersten Erfahrungen sich gesetzt haben. Zunächst sollt ihr wissen, dass mit der Reise alles glatt gelaufen ist und zweitens dass Japan anders ist – wär hätte das gedacht? ;-)

So weit so gut

Saiyonara

Peter

14
Sep
08

Peters Blog

Das ist der neue ultimative Blog von Peter in Japan!




November 2009
M D M D F S S
« Mär    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30